Zwiebellook Outdoor

Zwiebellook im Outdoor-Bereich: So kleidest du dich optimal für jedes Wetter

Geschrieben von: Moritz Brack

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Datum:

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Lesezeit 8 min

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Zwiebellook bedeutet: Du trägst mehrere dünne Schichten statt einer dicken, damit du dich schnell an Wetter und Aktivität anpassen kannst.

  • Im Winter zählt vor allem eines: trocken bleiben. Sobald die erste Schicht nass ist, wird dir schnell kalt.

  • Die 1st Layer ist die wichtigste Schicht, weil sie direkt auf der Haut Feuchtigkeit abtransportiert und den Komfort bestimmt.

  • Für sensibles Hautgefühl eignet sich feine Merinowolle um 20 Mikron, weil sie meist deutlich weniger kratzt.

  • Starte lieber leicht kühl und reguliere früh über Reißverschlüsse, Mütze oder Handschuhe, statt dich sofort zu warm einzupacken.

  • Baumwolle ist als erste Schicht beim Outdoor Sport meist keine gute Idee, sie speichert Feuchtigkeit.

  • Für deinen Einstieg ins Zwiebelprinzip mit Merinokleidung findest du passende 1st Layer im Shop, zum Beispiel von Woolpower und Icebreaker.

Was ist der Zwiebellook bzw. das Zwiebelprinzip?

Das Zwiebelprinzip bedeutet, dass du mehrere Kleidungsschichten übereinander trägst, statt nur eine dicke. So kannst du je nach Temperatur, Wind und Aktivität schnell eine Lage an oder ausziehen und bleibst komfortabel unterwegs.

Es funktioniert, weil zwischen den Lagen Luft eingeschlossen wird, die wie ein Isolator wirkt und Wärme besser hält. Gleichzeitig kannst du Feuchtigkeit (Schweiß) gezielter nach außen leiten und dich mit einer äußeren Schicht besser vor Wind und Wetter schützen.

Zwiebelprinzip im Winter, Zwiebel Querschnitt auf Holzbrett

Zwiebelprinzip Kleidung im Winter: Warum Layering draußen entscheidend ist

Im Winter ist es draußen selten konstant: Mal ziehst du im Schatten fröstelnd los, dann wird dir beim Anstieg schnell warm, oben am Grat kommt Wind dazu und in der Pause kühlt dein Körper plötzlich ab. Genau dieses Wechselspiel aus Kälte, Wind, Bewegung und Stillstand macht Layering so wichtig.

Das Ziel beim Zwiebelprinzip ist nicht „maximal warm“, sondern kontrolliert warm und trocken. Denn sobald du schwitzt und die Kleidung feucht wird, verlierst du Wärme deutlich schneller. Mit den richtigen Schichten kannst du früh regulieren, Feuchtigkeit nach außen bringen und bleibst auch in Pausen angenehm warm, ohne dich beim Gehen zu überhitzen.

Zwiebelprinzip Kleidung im Winter

Der Drei Schichten Zwiebellook im Outdoor Bereich

1) Baselayer (1st Layer)
Die Baselayer liegt direkt auf der Haut und ist deine wichtigste Funktionsschicht. Sie transportiert Schweiß weg, trocknet schnell und sorgt dafür, dass du dich angenehm fühlst, statt klamm zu werden.


2) Midlayer (2nd Layer)
Der Midlayer ist die Wärmeschicht. Er speichert Wärme, indem er Luft einschließt, und liefert genau die Isolation, die du je nach Temperatur und Aktivität brauchst. Je kälter es ist oder je länger du pausierst, desto wichtiger wird diese Schicht.


3) Outer Layer (3rd Layer)
Die äußere Schicht schützt vor Wind und Wetter. Entscheidend ist, dass sie nicht nur dicht hält, sondern auch atmungsaktiv bleibt, damit Feuchtigkeit nach außen entweichen kann. Das klappt am besten, wenn innen wärmer und feuchter ist als außen, dann „arbeitet“ der Dampfdurchlass mit dem Gefälle nach außen.

Merksatz: Lieber mehrere dünne Lagen, die du flexibel anpasst, als wenige dicke, die schnell zu warm oder zu kalt sind.

3 Layers Zwiebellook Outddor

Must Have 1st Layers von Icebreaker

1st Layer richtig wählen:

Das ist die wichtigste Schicht


Die 1st Layer entscheidet, ob du im Winter angenehm unterwegs bist oder irgendwann klamm wirst. Sie liegt direkt auf der Haut und muss Feuchtigkeit schnell wegbringen, damit dein Körper warm bleibt, auch wenn Wind aufkommt oder du eine Pause machst.


Passform und Funktion

Eine Baselayer sollte hautnah sitzen, sonst kann sie Schweiß schlechter aufnehmen und nach außen transportieren. Achte auf eine bequeme, bewegliche Passform, flache Nähte und genug Länge, damit beim Bücken nichts hochrutscht.


No Go im Sport: Baumwolle. Sie saugt sich voll, bleibt lange feucht und genau dieses „nass auf der Haut“ lässt dich schneller auskühlen.


Merino als Baselayer, ideal fürs Zwiebelprinzip mit Merinokleidung

Merino ist als 1st Layer so beliebt, weil es Gerüche deutlich besser im Griff hat, Temperatur gut ausbalanciert und sich auch nach Stunden noch angenehm anfühlt. Praktisch heißt das: Du kannst länger aktiv sein, ohne dass die erste Schicht schnell „durch“ ist, besonders auf Touren mit Wechsel aus Bewegung und Pause.



Woolpower Zwiebelprinzip Winter

Mikron erklärt: Warum feine Merinowolle weniger kratzt

„Mikron“ beschreibt den Faserdurchmesser. Merinofasern liegen typischerweise etwa bei 16,5 bis 24 Mikron und sind damit deutlich feiner als klassische Wolle. Als Faustregel gilt: Viele Menschen reagieren ab ungefähr 25 Mikron eher mit Kratzgefühl, darunter wird es meist spürbar angenehmer.


Für sensible Haut passt deshalb oft eine 1st Layer um 20 Mikron, weil sie weniger „pikst“ und dich im Alltag nicht nervt. Als Praxisbezug: Woolpower beschreibt sein Ullfrotté Original mit 22 Mikron Merino, also im komfortablen, feinen Bereich.

Merino Grammatur und Einsatz

Die Grammatur (g pro Quadratmeter) sagt dir grob, wie warm und robust eine Merino Schicht ist:

  • 150 bis 175: leicht, ideal bei hoher Aktivität oder milderen Tagen

  • 200: Allround, sehr oft die beste Winter Basis

  • 260: wärmer, gut für kältere Tage und längere Pausen

  • 400: sehr warm, eher für richtig kalte Bedingungen

Entscheidungshilfe: Denk immer an Aktivitätslevel + Temperatur + Wind. Je intensiver du unterwegs bist, desto leichter darf die 1st Layer sein. Je mehr Wind und Pausen, desto eher lohnt sich mehr Grammatur.

„Beim Zwiebellook fängt alles auf der Haut an. Wenn die erste Schicht kratzt oder nass bleibt, ist der Tag gelaufen. Deshalb setze ich auf feine Merino um 20 Mikron: angenehm, trocken, und du kannst draußen einfach länger unterwegs sein.“

Moritz Brack - CEO FluxPerfect

Praxis Guide Zwiebellook: So layerst du im Winter Schritt für Schritt


1) Start Regel: Geh lieber minimal los

Starte bewusst einen Tick kühler, als du es im ersten Moment „gemütlich“ findest. Nach 10 bis 15 Minuten Bewegung wird dir sowieso wärmer. Dann regelst du nach, statt direkt zu schwitzen. Kleine Stellschrauben wirken oft am stärksten: Reißverschluss öffnen, Mütze runter, Handschuhe dünner.


2) Feuchte Regel: Früh regulieren statt später frieren

Der häufigste Grund, warum man im Winter auskühlt, ist eine nasse 1st Layer. Wenn du merkst, dass du warm wirst oder schwitzt, reagiere sofort. Lieber kurz Luft reinlassen oder eine Lage ausziehen, bevor sich Feuchtigkeit aufstaut. Trocken bleibt warm, feucht wird kalt.


3) Pausen Regel: Sobald du stoppst, Isolation drüber

Der Moment, in dem du stehen bleibst, ist der Moment, in dem du auskühlst. Sobald du stoppst, kommt sofort eine zusätzliche Isolationsschicht drüber, auch wenn es nur für ein paar Minuten ist. So bleibt die Wärme im System und du startest danach wieder komfortabel, statt dich erst „zurück zu frieren“.

Zwiebelprinzip mit Merinokleidung

Must Have 1st Layers von Woolpower

Konkrete Zwiebellook Outfit Beispiele (Winter)


Winterwandern gemütlich

Temperatur: ca. 0 bis -8 °C
Wind: leicht bis mittel
Intensität: moderat, gleichmäßig
Empfohlene 1st Layer: Merino 200 (Allround)
Wenn du eher ruhig unterwegs bist oder viel stehen bleibst, ist eine 200er Merino Base Layer super, weil sie warm hält, ohne direkt zu dick zu wirken. Bei windigem Wetter achte darauf, dass du früh lüftest, bevor du schwitzt.


Skitour oder Schneeschuh: Anstieg mit Pause am Gipfel

Temperatur: ca. -5 bis -15 °C
Wind: mittel bis stark (oben oft deutlich mehr)
Intensität: hoch im Anstieg, niedrig in der Pause
Empfohlene 1st Layer: Merino 150 bis 200 (je nach Schwitzer Typ)
Beim Anstieg zählt: nicht überhitzen. Viele kommen mit 150 oder einem dünnen 200er Baselayer besser klar, weil du sonst schnell nass wirst. Für die Gipfelpause gilt dann: sobald du stoppst, sofort isolieren, damit die Feuchtigkeit nicht zum Kältebooster wird.


Winterlauf oder schnelle Runde

Temperatur: ca. +5 bis -10 °C
Wind: leicht bis mittel
Intensität: hoch
Empfohlene 1st Layer: Merino 150 bis 175 (leicht)
Beim Laufen ist Schweißmanagement alles. Ein leichter Baselayer fühlt sich angenehm an, trocknet schneller und verhindert Hitzestau. Wenn du empfindliche Haut hast, achte besonders auf feine Merinoqualität, damit die dünne Schicht auch bei Bewegung nicht scheuert.


Alltag mit Outdoor Anteil (Pendeln, Spaziergang)

Temperatur: ca. +5 bis -5 °C
Wind: wechselnd
Intensität: niedrig bis moderat, oft mit Stop and Go
Empfohlene 1st Layer: Merino 200 (oder 260, wenn du schnell frierst)
Im Alltag sind Temperaturwechsel typisch: draußen kalt, drinnen warm. Merino ist hier stark, weil es nicht sofort unangenehm wird, wenn du kurz ins Warme gehst. Wenn du leicht frierst oder viel draußen stehst, ist 260 angenehm, für die meisten reicht 200 als Basis.

1st Layer Zwiebelprinzip Ski

Häufige Fehler beim Zwiebellook und wie du sie vermeidest


Zu warm losgehen
Wenn du beim Start schon gemütlich warm bist, schwitzt du meist nach wenigen Minuten. Starte lieber leicht kühl und reguliere früh über Reißverschluss, Mütze oder Handschuhe. Nach 10 bis 15 Minuten findest du dein Wohlfühllevel.


Baumwolle als erste Schicht
Baumwolle saugt sich voll und bleibt lange feucht. Das fühlt sich erst kalt an und kühlt dich in Pausen richtig aus. Nimm als 1st Layer lieber Merino oder Synthetik, je nach Vorliebe.


Zu viele Lagen, schlechte Beweglichkeit, Hitzestau
Viele dicke Schichten machen dich steif und du überhitzt schneller. Besser sind mehrere dünne, die du gezielt anpasst. Wenn du häufig schwitzt, reduziere zuerst die Isolation, nicht die Wetterschicht.


Falsche Reihenfolge und falscher Windschutz
Winddicht gehört nach außen, aber die Feuchtigkeit muss trotzdem raus. Achte darauf, dass deine äußere Schicht atmungsaktiv ist und lüfte aktiv, sobald dir warm wird.

Fehler Zwiebellook, Tourengeherin im Schnee

Pflege Kurzguide für Merino First Layers


Lüften statt waschen
Merino muss oft nicht sofort in die Wäsche. Nach dem Tragen kurz auslüften reicht häufig, besonders wenn du nicht stark geschwitzt hast.


Schonend waschen
Wenn Waschen nötig ist: kalt bis 30 Grad, Schonprogramm, mildes Wollwaschmittel, auf links drehen. Kein Weichspüler und nicht heiß waschen, sonst leidet die Faser.


Richtig trocknen
Nicht in den Trockner, wenn es das Pflegeetikett nicht ausdrücklich erlaubt. Am besten flach liegend trocknen und nicht auf der Heizung, damit die Form bleibt.

Moritz Brack - Co-Founder FluxPerfect

Moritz Brack - Co-Founder FluxPerfect

Moritz Brack ist Mitgründer von FluxPerfect - gemeinsam mit Sasha hat er FluxPerfect ins Leben gerufen, weil es nirgendwo das Gear gab, das am Berg wirklich funktioniert: ohne Schnickschnack, ohne Kompromisse. Moritz ist Bergmensch durch und durch, ob beim Klettern, Skifahren oder draußen in der Natur, er testet jedes Produkt selbst und lebt das, wofür FluxPerfect steht.


FAQ's - Thema

Was bedeutet Zwiebellook bei Kleidung genau?

Beim Zwiebelprinzip trägst du mehrere Schichten Kleidung übereinander und passt sie flexibel an Wetter und Belastung an, indem du Lagen an oder ausziehst. Der Vorteil ist, dass zwischen den Schichten mehr Luft als Wärmepuffer gespeichert wird und du Feuchte und Windschutz gezielter steuern kannst.

Wie viele Schichten Zwiebelprinzip brauche ich im Winter wirklich?

Als Basis funktionieren meist drei Schichten: 1st Layer auf der Haut, Isolationsschicht, Wetterschutz. In der Praxis variiert es: Bei hoher Intensität reichen manchmal zwei (Base + Shell), bei Kälte und vielen Pausen werden es eher drei bis vier (zusätzliche Isolation). Entscheidend ist, dass du nicht nass schwitzt und bei Stopps schnell nachlegen kannst.

Zwiebelprinzip mit Merinokleidung: Warum ist Merino als 1st Layer so beliebt?

Merino ist beliebt, weil es Gerüche besser hemmt, sich lange angenehm trägt und selbst bei etwas Feuchtigkeit noch gut wärmt. Außerdem kann Wolle relativ viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich direkt nass anzufühlen, was im Winter beim Wechsel aus Bewegung und Pause hilft.

Was heißt 20 Mikron bei Merinowolle und warum kratzt es dann weniger?

Mikron beschreibt den Durchmesser der Faser. Merino liegt oft etwa bei 16,5 bis 24 Mikron und ist damit deutlich feiner als klassische Wolle. Viele empfinden Fasern ab ungefähr 25 Mikron eher als kratzig, darunter wird es meist spürbar angenehmer, deshalb ist eine Empfehlung Richtung 20 Mikron für sensible Haut sinnvoll.

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